CD: Muse – Resistance

Am 11. September 2009 veröffentlichte die britische Prog- und Art-Rock-Band Muse in Deutschland ihr 5. Studio-Album “Resistance”. Das Album enthält insgesamt 11 Stücke wobei die letzten drei Tracks “Exogenesis – Symphony Part I bis III” unmittelbar zusammen gehören und aufeinander aufbauen. In diesem Konzept-Stück verbinden die Jungs von Muse feinfühlige und dramatische Klassikbausteine mit progressiven Rock-Elementen – wirklich sehr gelungen! Insgesamt wirkt die Scheibe wesentlich ausgereifter hinsichtlich Musikalität und Klangqualität (im Vergleich bspw. zu der 2003 erschienenen CD “Absolution”). Man könnte fast meinen, Muse sei zum einen reifer geworden und wolle zum anderen nun gezielt mehr die breite Masse ansprechen ohne sich ihrem eigentlichen Stil, besonders geprägt durch die melancholischen Klagegesänge von Sänger Mathew Bellamy, abzuwenden. Eines ist mir allerdings direkt nach den ersten Takten aufgefallen: Muse scheinen direkte Queen-Fans zu sein, erinnern doch besonders die Backgroundgesänge an Freddy & CO. Alles in allem eine großartige Scheibe, die mir nicht erst nach mehrmaligem Hören gefiel, die CD Weiterlesen →

CD: Threshold – Critical Energy

Die Live-Doppel-CD wurde 2004 im niederländischen Zoutermeer aufgenommen. Auf dem Album bieten die 5 Musiker von Threshold insgesamt 18 Tracks in feinstem Progressive-Metal-Stil. Sowohl gesanglich als auch instrumental präsentieren sich Threshold sehr melodisch, spannungsgeladen und verknüpfen zugleich kunstvoll ineinander verschachtelte Songkonstrukte. Von gefühlvollen Balladen mit akustischer Gitarre, über virtuos anmutende Keyboard- und Gitarrensoli bis hin zu aggressiv gespielten Metal-Ausbrüchen finden sich alle Fassetten wieder. Für mich zählt Critical Energy zu den wenigen Live-Produktionen wo auch der Sound absolut stimmig ist: Alle Instrumente werden sehr klar und räumlich abgebildet, Keyboard-Soli prasseln in Stereo von links nach rechts durch die Lautsprecher und druckvolle Bassdrumschläge sorgen auch unten herum für das nötige Feeling. Und obwohl der Applaus des Publikum zu Beginn und am Ende eines jeden Stückes für das nötige Live-Feeling sorgt, fällt es dennoch nicht unangenehm (wie leider bei sehr vielen Live-Produktionen) während der Tracks auf. Mit Critical Energy bringt Treshold also nicht nur ein hervorragend klingendes Live-Album in die Plattenläden sondern schafft es zugleich eine Art Best-Of-Platte zu veröffentlichen, die alle songtechnischen Highlights der Bandgeschichte auf einem Tonträger vereint. Weiterlesen →

CD: Sonata Arctica – The days of gray

Leider hat es Sonata Arctica mit ihrem neuen Album “The days of gray” nicht ganz geschafft, an die melodischen Power-Metral-Tracks der vergangenen Jahre anzuknüpfen. Es wirkt schon fast so, als könne man die eigene Musik und den eigenen Stil nicht mehr ertragen und müsse nun mal was “Neues” probieren. Die Reise sollte scheinbar mehr in Richtung progressive Rock bzw. Metal gehen. Leider fanden sie den Weg nicht, dabei fängt die CD äußerst vielversprechend an: Mit dem instrumentalen Stück “Everything fades to grey”, teils melancholisch teils depressiv war ich voller Erwartung auf ein neues Highlight der finnischen Metal-Schmiede. Doch leider folgen darauf fast ausschließlich viel zu kompliziert konstruierte, wenig melodische Metal-Tracks. Zm Glück gibt des den instrumentalen Intro-Song zum Ende hin noch einmal mit der Chrakter-Stimme von Tony Kakko zu hören. Dieses und das letzte Stück “In the dark” verhelfen dem Album musikalisch Weiterlesen →

CD: Serj Tankian – Elect the dead

Im Oktober 2007 veröffentlicht Serj Tankian, armenisch-US-amerikanischer Sänger der Alternative-Metal Band System of a down sein erstes Solo-Album. Tankian komponierte und produzierte alle Tracks und spielte selbst die Instrumente Klavier, Bass, Gitarre und die Synthies selber ein. Die Drum-Loops programmierte er zunächst ebenfalls selber am Rechner, lies sie aber dann später von Bryan Mantia (Drummer bei Guns ’n Roses) einspielen. Auch wenn der Stil der Stücke an Serj Tankian’s Wurzeln, seine Band System of a down erinnern so kopiert er sich dennoch nicht selbst. Maßgeblich geprägt sind die Songs von seiner charakteristischen Stimme mit der er meisterlich umzugehen weiß, rau und hektisch, gefühlvoll und melodisch, einfach vielseitig wirken sie nicht selten wie Klagegesänge. Zumeist mischt Tankian seine Vocals mehrstimmig ab und verteilt sie darüber hinaus noch geschickt im Raum. Dazu gesellen sich neben harten Gitarrenriffs auch häufiger akustische Gitarrenklänge, Klavierparts und ausgefallene Synthie-Sounds und sorgen so für eine abwechslungsreiche Spannungskurve in seinen Tracks. Seine Songs sind alle geprägt von einer gewissen Dramatik und Traurigkeit, sie erzählen von Weiterlesen →

CD: Agalloch – Ashes against the grain

Gefühlvoll, melancholisch, dramatisch, das ist die Top-3 der Attribute, die mir spontan einfallen, als ich Agalloch’s Scheibe Ashes against the grain nach dem ersten Hören aus dem CD-Player genommen habe. Die US-amerikanische Black-Metal-Band, die im Jahre 1996 von John Haughm und Shane Breyer gegründet wurde, präsentiert mit Ashes against the drain ihr drittes Studio-Album, nichts für zart besaitete Pop-Fans und Mainstream-Anhänger. Der Gesang von Frontmann John Haughm klingt rau, kratzig und typisch schwarz-metallisch, die Gitarrenriffs sehr melodisch, die Drums eher rhythmisch und für diesen Musik-Stil schon fast zu zurückhaltend. Die Synthie-Sounds bringen sich passend mit düsteren Klangteppichen ein und bilden die Abrundung des Ganzen. So passt alles hervorragend zusammen. Man muss sich allerdings Zeit und Ruhe für diese Scheibe gönnen, kein Werk für Nebenbei, mit dieser CD muss Weiterlesen →

CD: HIM – Love In Theory And Practice

Die 1995 gegründete, finnische Dark-Rock Band Him veröffentlicht im Februar 2010 mit “Screamworks: Love in theory and practice” mittlerweile ihr 7. Studio-Album. Mit gewohnt melancholischen Gitarren- und Synthesizer-Riffs, bekräftig durch die charakteristische Stimme von Frontmann Ville Valo kann Him mit diesem Werk sicherlich leicht an den Erfolg der ersten sechs Platten anknüpfen. Insgesamt wirken die Tracks alle samt unkomplizierter und melodischer, einfach direkter auf den Punkt gebracht als die Songs aller bisherigen Alben. Besonders gelungen finde ich den viel stärkeren Einsatz von Synthesizern und der damit programmierten Arpreggios Weiterlesen →

CD: Schiller – Atemlos

Um Kraft und die nötige Inspiration für sein neues Werk zu schöpfen begab sich Christopher von Deylen auf eine Reise mit dem Forschungsschiff Polarstern durch die eisig kalte Arktis. Was dabei herausgekommen ist kann man auf der im März 2010 veröffentlichten Doppel-CD Atemlos nicht nur hören sondern viel mehr erfahren und spüren. Geprägt von sphärischen Klängen, düsteren und schweren Klangteppichen arbeitet Schiller auf seinem elften Album mit neuen, spannenden Sounds und Samples. Ich muss allerdings zugeben, erst nach dem zweiten und dritten Hören der beiden Silberlinge habe ich den vollen Zugang zu Schillers phantastischer Klangwelt gefunden, was mir bei seinen früheren Alben gleich beim ersten Anlauf gelang. Alles in allem handelt es sich bei Atemlos aber wieder um ein typisches Machwerk mit eindeutiger Handschrift von Schiller, nichts wirklich Neues aber auch nichts Langweiliges. Von Deylen gelingt es scheinbar immer wieder den Hörer Weiterlesen →

CD: Peter Gabriel – Scratch my back

In seinem 8. Studio-Album interpretiert Peter Gabriel unter anderem Songs von den Legenden Lou Reed (‘The Power Of The Heart’), David Bowie (‘Heroes’) und Neil Young (‘Philadelphia’). Insgesamt scheint der 60 jährige Brite nach seiner langen Schaffenspause ruhiger geworden zu sein. Fast schon eintönig hinter einander gereiht wirken die zwölf Tracks. Eher poetisch, Text gestützt als musikalisch plätschert sein „Sprechgesang“ eintönig daher, zumeist von Klavier und Streichern begleitet, fast schon psychedelisch. Drums und E-Gitarren sucht man auf diesem Album vergeblich. Scheinbar nur was für eingefleischte Gabriel-Fans. Musikalisch konnte Weiterlesen →

CD: Porcupine Tree – Coma Divine

Die 1987 von Steven Wilson in England gegründete Progressive Rock Band Porcupine Tree bringt 1997 die Live-CD Coma Divine raus. Im Jahre 2003 erscheint zusätzlich die Special Edition, die mit 14 Tracks ein paar bisher unveröffentlichte Stücke enthielt. Wikipedia schreibt über Porcupine Tree: Ihre Musik ist getragen von starker Melodiearbeit und hoher Detailverliebtheit, die nicht nur die Instrumentalität, sondern auch die Songstruktur umfasst. Und das bringt die Sache ziemlich genau auf den Punkt. Coma Divine ist mehr ein Werk als bloß eine Audio-CD, Steven Wilson (Gitarre/Gesang), Richard Barbieri (Synthies), Colin Edwin (Bass), Gavin Harrison (Drums) und die Konzertunterstützung John Wesley (Gitarre/Gesang) erzählen eine Geschichte, entführen den Zuhörer musikalisch auf eine Reise in eine phantastische Welt. Dabei hört man den Einfluss ihrer scheinbaren Vorbilder Pink Floyd recht deutlich heraus, allerdings nicht abkupfernd, eher weiter entwickelnd. Die Texte von Porcupine Tree befassen sich mit politischem Zeitgeschehen und sind sozialkritisch. Weiterlesen →