Gardasee 2012

Zwei Wochen einfach mal nichts tun, dem Alltag entfliehen, die Füße hoch legen und den wahren Sommer genießen, am Strand liegen und sich im herrlich frischen Wasser abkühlen! Das muss wohl Urlaub sein … Hier der zweiwöchige Italien-Urlaub mal in Kurzform: 1100 Kilometer Strecke bewältigt in 10.5 Stunden nächtlicher Anfahrt, Ziel: Pai, 10 Km nördlich von Torri del Benaco, östliches Ufer des Lago di Garda, Camping Maria, urig und vertraut, 80% Stammgäste, bunt gemischt aus aller Herren Länder: Italien, Deutschland, Österreich, Dänemark, Norwegen, Schweden, der Slowakei, Russland, der Schweiz und den Niederlanden.

Tagestemperaturen von 30 Grad Celsius und mehr, Nachttemperaturen und damit wenig erfrischend von mindestens 26 Grad Celsius, Schlafsackbedarf gleich Null! An einem Tag, für einen Bruchteil von gerade einmal 5 Minuten, gefühlte 0.005 ml Niederschlag warmen Regens. Hauptsaison, täglich Stau auf der Hauptschlagader rund um den See. Wen juckt es? Mich nicht, bleibt das Auto halt stehen! Viel zu viele Touristen, von denen Dir IMMER einer das perfekte Foto zerstören will. Ferrogosto, wichtigster Feiertag der Italiener mit gefühlt viel weniger Action als noch vor zwei Jahren und keinem Feuerwerk. Aufgrund der hohen Temperaturen und des erhöhten Entspannungsbedarfes meinerseits auch viel weniger Action und stattdessen viel mehr ausgiebige Strand-Gammel-Tage als noch vor zwei Jahren. Wow, sogar Zeit zum Lesen!

Einen Tag Bergtour, einen Tag Nordufer und einen weiteren Tag Südufer- that’s all! Dafür Italiener, die mit bloßen Händen Wasserschlangen fangen, zwei Globetrottern aus dem Landkreis Schwäbisch Hall mit einem perfekt aufgerüsteten Defender mit Dachzelt und Seilwinde (NEID!), denen man eigentlich nur eine Nacht als Zwischenstopp auf einer langen langen Reise in den Süden Afrikas zugetraut hätte, die aber stattdessen auch einfach nur ein paar Tage Urlaub in Italien machen wollten. Vater und Sohn, die mit ihren beiden 50 ccm-Mofas die Alpen überquert hatten, nur um anschließend 4 Tage in langen, schwarzen Klamotten vor ihrem Zwergenzelt zu schwitzen (wer weiß, vielleicht sitzen sie heute noch da … als ich abreiste war der Zustand jedenfalls unverändert). Einer kleinen Eidechse als Fotomodell in meiner Kühlbox, Zeltnachbarn aus der Schweiz, die zwei Mountainbikes und ein Motorrad aus ihrem postgelben Ford Transit schoben um anschließend darin zu wohnen.

Eine Insgesamt viel zu schwache HSDPA-Abdeckung und daher einem iPhone als WLAN-Router, an der Wäscheleine, hoch oben im Olivenbaum. Ein Campingkühlschrank, der völlig überfordert mit der Tropenhitze war und ein anderer, der hingegen nur noch Bier- und Cola-Eis in Dosen produzieren wollte, gemeinsam aber ein unschlagbares Team! Ach ja, dann traf ich noch die beiden Österreicher in Malcesine, die mit ihrem überaus professionellen Fotoequipment ein Panorama aus der Vogelperspektive machen wollten, aber nur, so sagten sie mir, wenn sie auch das Wasser mit drauf bekämen. Dumm nur, dass sie in der falschen Ecke nach dem Wasser suchten und dann nach kurzer Zeit wieder einpackten. Ein Tankwart, der mir nicht glauben wollte, dass der Tank des Volvos immer noch nicht voll sei, stattdessen aber stolze 1.80 EUR für den Liter Diesel kassieren wollte. Parktickets wurden hingegen immer und überall mehr als großzügig bezahlt, viel zu groß war die Angst, wie vor zwei Jahren, wieder 38 EUR pro 5 Minuten bezahlen zu müssen. Dafür war man auf der Rückreise in Österreich ein wenig gelassener und großzügiger, als man vor Innsbruck den Mann mit der Uniform und der Laserpistole in der Hand freundlich anlächelte und DANN erst bemerkte, dass man statt der erlaubten 100 Km/h geschmeidige 120 Km/h oder mehr auf der Uhr hatte …

Und dann war da noch die schmerzhafte, eitrige Nagelbettentzündung, mit der man 2 Wochen rumrennen musste und die, wieder daheim angekommen, vom Chirurgen fachmännisch geöffnet werden musste. In Summe 3875 gefahrene Autokilometer, mit 4x Flughafentransfer Bergamo / Milano – Lago di Garda sowie einer Postkarte an das Töchterchen, die sage und schreibe HEUTE immer noch nicht angekommen ist … Fazit: Auch wenn es ‘nur‘ ein Campingurlaub war, so war der Urlaub nicht günstig aber alles andere als langweilig! Hotel und All-Inclusive kann jeder, Selbermachen dagegen ist angesagt. Und an dieser Stelle kommt der kreative Mitmachteil des Blog-Posts: Wer ein wenig Lust und Phantasie hat, kann sich jetzt hier gerne seine eigene, kleine Urlaubsgeschichte zusammen basteln. Ich habe fertig und muss wieder ‘anne Schüppe‘ …



Das könnte Dich auch interessieren:

Hallo Webreisender, schön dass Du mich hier besuchst. Mein Name ist Jan Tervooren und ich bin der Photo Freak, Blogger und Fotograf aus Rhede bei Bocholt. In meinem persönlichen Foto-Blog schreibe ich, wie der Name bereits vermuten lässt, über meine größte Leidenschaft, die Fotografie. Meine Lieblingsfotos zeige ich auch in meiner Fotogalerie kuntabunta.

6 Kommentare

  1. Hallo Jan,
    sag mal, willst du uns nicht statt 166 Bilder nur die besten 20 bis 40 präsentieren? Irgendwie ist mir das zu viel, die alle durchzuschauen …
    Nichts für ungut,
    viele Grüße
    Ulf

  2. Ach Ulf,

    es ist wirklich nicht einfach zwei Wochen Urlaub auf 20-40 Fotos zu reduzieren, hab doch bitte etwas Nachsicht 😉

    VG Jan

    P.S.: Meine Freundin hat sich auch schon beschwert, dass ich sie nicht mit einem Wort in meinem kleinen Urlaubs-Abriss erwähnt habe 😉

  3. Ja, das ist aber auch schändlich, dass du sie nicht erwähnst …
    Hab hier leider eine schlechte Internetverbindung – von daher ist das mit den vielen Bildern echt schwierig.