Panning

Na bitte, so langsam wird’s doch was mit dem Wetter, die Temperaturen steigen gemächlich, die Sonne lässt sich immer öfter und länger blicken und der Winter macht endlich Platz für den lang ersehnten Frühling. Allerhöchste Zeit die Ausrüstung zu packen und ins Freie zu entfliehen. Angeregt durch den Artikel Panning in der Landschaftsfotografie im online Fotomagazin Kwerfeldein wollte ich mich seit dem auch mit dieser interessanten Foto-Technik auseinandersetzen. Also gut, das Thema für den heutigen Tag steht dann wohl fest. Nur was ist Panning und wie funktioniert diese spezielle Technik in der Praxis?

Beim Panning handelt es sich um eine Art Langzeitbelichtung bei der man die Kamera während der Belichtung langsam mit dem Objekt mit zieht bzw. wie in diesem Beispiel über das Objekt hinweg bewegt. Das kann ein Mitziehen von rechts nach links (oder anders herum), ein Drehen, Schwenken oder aber auch eine wellenartige Bewegung sein, erlaubt ist was gefällt, hier ist Phantasie gefragt. Als Ergebnis erhält man verwischte, surreale Bilder, sehr interessant und äußerst farbenreich.

Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden und wie stellt man die Kamera ein? Die größte Herausforderung ist es, eine lange Belichtungszeit zu erreichen ohne das Foto am Ende völlig über zu belichten. Wie erreichen wir das? Zunächst einmal stellt man die kleinste Blende ein, in diesem Fall war es die Blende 22. Bei Tageslicht reicht das allerdings meistens noch nicht aus, um eine längere Belichtungszeit einstellen zu können. Zu diesem Zweck habe ich zusätzlich einen Graufilter eingesetzt, der weiteres Licht schluckt. Somit war es dennoch möglich an diesem sonnigen Tag Belichtungszeiten zwischen 0.2 und 0.6 Sekunden einzustellen, was für meine ersten Panning-Versuche einigermaßen passabel war.

Durch den Einsatz einer sehr kleinen Blende und höheren Belichtungszeiten stieß ich zudem unweigerlich auf ein weiteres Problem: Sensorflecken. Bei fast jeder Kamera haben sich irgendwann Staub und Schmutz auf dem Sensor abgelagert, was bei ’normalen’ Verschlusszeiten nicht zu sehen ist. Erst bei langen Belichtungszeiten und kleinen Blendenöffnungen kommen diese unschönen Flecken zum Vorschein, das Bild sieht je nach Grad der Verschmutzung am Ende aus wie ein Streuselkuchen. Was hilft hier? Nun, entweder man reinigt den Sensor zuvor professionell oder man macht sich die Mühe und stempelt alle Flecken Stück für Stück softwaretechnisch weg.

Für die ersten Gehversuche zum Thema Panning in der Landschaftsfotografie bin ich schon ganz Zufrieden mit den Ergebnissen, auch wenn das Wegstempeln der Sensorflecken eine Weile gedauert hat. Ich denke, ich werde dieses Thema weiter verfolgen und in Zukunft sicherlich noch weitere Panning-Serien veröffentlichen. Wie mir übrigens erst gerade aufgefallen ist, habe ich mich auf einem Foto in Form eines Schattens selbst verewigt, wer findet es? [Wie immer gilt auch hier: Ein Klick auf die Bilder öffnet die Großansicht]



Das könnte Dich auch interessieren:

Hallo Webreisender, schön dass Du mich hier besuchst. Mein Name ist Jan Tervooren und ich bin der Photo Freak, Blogger und Fotograf aus Rhede bei Bocholt. In meinem persönlichen Foto-Blog schreibe ich, wie der Name bereits vermuten lässt, über meine größte Leidenschaft, die Fotografie. Meine Lieblingsfotos zeige ich auch in meiner Fotogalerie kuntabunta.

9 Kommentare

  1. Jan, das ist eine hübsche Fotoserie mit einer interessanten Technik. Mit Panning habe ich noch keine großen Erfahrungen gemacht (den Begriff kannte ich bisher auch nicht), ab und zu hab ich es auch schon mal ausprobiert, aber nicht so systematisch wie du. Besonders hübsch finde ich Bild 6 und die letzten mit dem See. Ein großes Farbspektrum macht sich da immer besonders gut.
    Ein bisschen ähnliche Fotos (allerdings in Schwarzweiß) sind bei mir entstanden, als ich mit der Schärfe gespielt habe:
    http://ulfcronenberg.macbay.de/fotoblog/2011/02/28/schwarzweiss-und-unscharf/
    Gruß, Ulf

    • Danke, es hat auch sehr viel Spass gemacht, gerade bei dem schönen Wetter 😉

      Deine Serie in s/w gefällt mir übrigens auch sehr gut! Es zahlt sich immer aus, wenn man einfach mal ein bisschen ‚rumexperimentiert‘ und neue Techniken ausprobiert.

      Gruß
      Jan

  2. Das grosse Bild gefällt mir am allermeisten.
    Wir haben da so einen Filter, der macht ähnliches, ist aber (glaube ich) interessanter, wenn man Fahrzeuge fotografiert. Damit kann man etwas Bewegung in die Sache bringen:-)

  3. Pingback: Fly to the Rainbow » Blog Archive » Panning – Bilder von der Rhön

  4. Pingback: Malen mit Licht… : Klimmpics-Blog

  5. Pingback: Fly to the Rainbow » Blog Archive » Panning (2) – Bilder von der Rhön