Digitale Kurzlebigkeit

Alle Welt spricht von Web 2.0, Facebook, Twitter & CO sind angesagt, wer nicht drin ist ist draußen. Jeder bloggt was das Zeug hält und digitalisiert so sein Privatleben, exhibitionistisch, für jedermann frei zugänglich und kommentierbar. Tweets und der Gefällt Mir – Button scheinen unser Leben zu beherrschen. Die Möglichkeiten dieser neuen digitalen Welt sind schier unendlich. Leute verabreden sich online, tauschen sich aus und diskutieren miteinander. Ich erhalte jede nur erdenkliche Information, bin Teil einer virtuellen Community, kann mir Gehör verschaffen und meine Botschaften verbreiten. Doch hinterfragt man dieses virtuelle Treiben einmal kritisch, so wird man unweigerlich feststellen, dass alles nur eine große Seifenblase ist, eine digitale Momentaufnahme, von Kurzlebigkeit gekennzeichnet. Wenn ich mein Facebook- oder Twitter-Portal betrete, sehe ich nur einen winzigen, zeitlich begrenzten Ausschnitt, einen kurzen Augenblick, die Gegenwart abgebildet auf gerade mal eine Bildschirmseite. Will ich mehr, so muss ich mich anstrengen, doch wer will das schon? Klicke ich mich in einen Blog, so sehe ich lediglich die letzten drei bis zehn Blogbeiträge.

Möchte ich die Gesamtheit erfahren, so muss ich mich zeitaufwendig durch die einzelnen Seiten wühlen, ältere, nicht minder wichtige Beiträge verschwinden im virtuellen Nirvana. Habe ich nicht von Anfang an mitgelesen, so bin ich raus, bin ich mal einen Tag off, so fehlt mir der Zusammenhang. Ich möchte keines Falls diese schöne neue digitale Welt verteufeln, ich bin ja mittlerweile selbst ein Teil von ihr, nein, ich möchte einfach mal zum Nachdenken anregen und das Bewusstsein schärfen, alles was Ihr seht und lest ist nur ein kleiner Teil, ein Ausschnitt des Ganzen. Macht Euch einfach mal die Mühe und befasst Euch intensiver mit einem Blog, kratzt nicht nur an der Oberfläche sondern nehmt Euch die Zeit und grabt ein wenig tiefer, scrollt auch mal ein paar Seiten zurück, wenn Ihr Euch die Pinnwand eines Facebook-Kontakts durchlest, Ihr werdet sehr schnell merken, wovon hier die Rede ist und Ihr werdet sehr schnell merken, wie vergänglich diese Art der digitalen Informationsspeicherung doch ist, viel zu schade um so schnell in Vergessenheit zu geraten.



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Hallo Webreisender, schön dass Du mich hier besuchst. Mein Name ist Jan Tervooren und ich bin der Photo Freak, Blogger und Fotograf aus Rhede bei Bocholt. In meinem persönlichen Foto-Blog schreibe ich, wie der Name bereits vermuten lässt, über meine größte Leidenschaft, die Fotografie. Meine Lieblingsfotos zeige ich auch in meiner Fotogalerie kuntabunta.

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