Backupstrategie

Wer wie ich digital fotografiert und dabei Unmengen an Daten sammelt wird das Problem sicherlich kennen: Die ständige Angst vor einem Festplattencrash, wodurch die Arbeit von Wochen, Monaten oder unter Umständen sogar Jahren zu Nichte gemacht werden können. Das Zaubermittelchen, was hier angebracht ist heißt schlicht und einfach Backup. Doch für welche Backupstrategie soll ich mich entscheiden? Ich berichte in diesem Artikel über den von mir bevorzugten Backupmechanismus. 

Zunächst möchte ich kurz mein heimisches System beschreiben, damit anschließend die Wahl meines Backupsystems einfacher zu verstehen ist. Kern meines Heimnetzwerkes ist mein Fileserver. Dieser besteht aus einem relativ einfachen PC, klein und energiesparend. Ein PIII oder Celeron Prozessor sollte hier völlig ausreichen, viel Arbeitsspeicher muss er auch nicht haben. Dafür spendiere ich meinem Fileserver aber genug große Festplatten, 2 bis 4 TB Festplattenplatz aufgeteilt auf mehrere Festplatten dürfen es schon sein. Wichtig ist weiterhin, dass der Server für den 24/7-Betrieb sprich für den Dauereinsatz geeignet ist. Als Betriebssystem sollte eine kostenfreie Linux-Distribution oder ein älteres Microsoft Windows 2000 oder XP –Betriebsystem völlig ausreichen, Lizenzen sind für schmales Geld zu bekommen. Mein Server läuft beispielsweise auf Win XP und zwar im Dauerbetrieb. Warum muss der Server eigentlich rund um die Uhr laufen? Ganz einfach. Als zentrale Netzwerkkomponente werden alle relevanten Daten, Fotos, Briefe, Tabellen etc. auf diesem PC abgespeichert, sodass man von allen anderen Rechnern in meinem Netzwerk ständig darauf zugreifen kann.Nun haben wir also einen eigenen Server und können alle unsere Daten zentral darauf ablegen, so weit so gut. Und nun kommen wir zurück zum Ausgangspunkt.

Wie sichere ich nun all die Daten, die der Server speichert? Ich setze auf einen Backup-Server. Aha, was macht der und vor allem wie macht er das? Ganz einfach. Mein Backup-Server ist ein Rechner, der ähnlich aufgebaut ist wie mein Fileserver mit dem einzigen Unterschied, dass dieser nicht im 24/7-Betrieb läuft. Mithilfe einer Zeitschaltuhr wird dieser Rechner jeden Tag pünktlich um 12:00 Uhr aus dem Schlaf gerissen, fährt sich selbständig hoch und verbindet die Netzlaufwerke des Servers, die die Daten enthalten, die er sichern soll. Damit der Backup-Server weiß, welche Daten er sichern soll kommt eine spezielle Synchronisationssoftware zum Einsatz. Ich setze hierbei auf Goodsync, das ist ein kostenfreies Programm, welches selbständig und automatisch Synchronisierungsaufgaben abarbeiten kann. Das Tool schaut nach, welche Daten auf den Serverlaufwerken neu angelegt oder verändert wurden. Der Clou daran ist, wurden Daten auf dem Server gelöscht, löscht Goodsync diese auch aus dem Backup. Ich erhalte so also immer ein 100%iges Abbild meiner Serverfestplatten, ein 1:1 Backup auf Dateibasis. Damit Goodsync auch von seinem Job weiß, richte ich dazu einen Windows Task ein, der jeden Tag um 12:05 Uhr das Tool startet.

Wenn der tägliche Sync-Job abgeschlossen ist, die Dauer beträgt meistens nicht länger als eine Stunde, fährt sich der Server wieder runter und die Zeitschaltuhr schaltet den Strom wieder ab – fertig. Damit der Backupserver auch selbständig wieder herunter fahren kann setze ich ein weiteres Freeware-Tool ein, Shutdown4you. Diesem kleinen, nützlichen Programm kann ich sagen, dass es jeden Tag um die selbe Zeit den Rechner herunterfahren und ausschalten soll. Jetzt muss man nur noch ungefähr abschätzen, wie lange der tägliche Synch dauert. In meinem Fall komme ich in der Regel mit einer Stunde aus.

Somit wird mein Backup-Server täglich um 12:00 Uhr von der Zeitschaltuhr gestartet, Goodsync wird per Windows-Scheduler um 12:05 Uhr gestartet und verrichtet automatisch seine Arbeit, Shutdown4you fährt den Rechner pünktlich um 13:00 wieder herunter und die Zeitschaltuhr schaltet um 13:05 Uhr den Strom wieder ab.

Jetzt könnte man aber noch einen Schritt weiter gehen und sich überlegen, was denn wohl passieren würde, wenn das Haus oder die Wohnung abbrennt, Einbrecher die heimische IT-Landschaft plündern oder noch schlimmere Ereignisse eintreten. Tja, dann kämen wir natürlich mit unserem 1:1 Backup auch nicht weit. Und aus diesem Grunde sichere ich meine Daten nicht nur doppelt sondern gleich dreifach. Also brauche ich noch einen zweiten Backup-Server? Nein, das wäre zu umständlich, müssten wir doch dann die zweite Backup-Maschine ständig mit uns herum schleppen. Nein, die Lösung ist viel einfacher. Als Dritt-Backup nutze ich herkömmliche, externe Festplatten. Die Daten hierfür synchronisiere ich ebenfalls mit Goodsync, starte den Job allerdings nicht täglich und auch nicht automatisiert sondern manuell in unregelmäßigen Abständen, eben so, dass ich einen nahezu aktuellen Datenstand auf den externen Platten habe. Wichtig ist nun, dass man die Festplatten NICHT zu Hause liegen lässt sondern sie an einem anderen Ort deponiert, sei es im Auto, bei Freunden oder sonst wo. Und voila, fertig ist mein Außer-Haus-Backup. Jetzt kann nur noch ein Weltuntergang meine wichtigen Fotodateien zerstören … Zugegeben, nicht gerade hochamtlicher Industriestandard aber dafür für ’n schmalen Euro 200%ige Datensicherheit.



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Hallo Webreisender, schön dass Du mich hier besuchst. Mein Name ist Jan Tervooren und ich bin der Photo Freak, Blogger und Fotograf aus Rhede bei Bocholt. In meinem persönlichen Foto-Blog schreibe ich, wie der Name bereits vermuten lässt, über meine größte Leidenschaft, die Fotografie. Meine Lieblingsfotos zeige ich auch in meiner Fotogalerie kuntabunta.

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