Langzeitbelichtung

Man spricht von einer Langzeitbelichtung, wenn der Fotograf den Film (in der analogen Fotografie) bzw. den Sensor (in der digitalen Fotografie) mehrere Sekunden lang belichtet, um auch bei schlechten Lichtverhältnissen passable Bilder zu erhalten. Aus der freien Hand sind solche Fotos kaum zu bewältigen, die Fotos würden unscharf und verwischt werden. Ein stabiles Stativ ist also ein absolutes Muss. Wann der Einsatz eines Stativs Sinn macht, lässt sich relativ einfach durch eine Näherungsformel errechnen: Die maximale Belichtungszeit, die ohne Stativ zu bewältigen ist = 1/Brennweite [Sekunden]. Kompliziert? Nein, ganz einfach. Beträgt die Brennweite beispielsweise 50mm, so beträgt die maximale Belichtungszeit ungefähr 1/50 Sekunde. Soll oder muss länger belichtet werden, ist ein Stativ sinnvoll. Natürlich lässt sich dem ganzen auch entgegenwirken, indem man (in der analogen Fotografie) einen Film mit höherer Lichtempfindlichkeit wählt bzw. in der digitalen Fotografie den ISO-Wert höher einstellt, allerdings erhöht sich dabei auch das Bildrauschen, was zwar manchmal auch als Stilmittel gewünscht wird, im Allgemeinen aber vermieden werden sollte.

Was brauche ich noch, um bei wenig Licht scharfe Bilder zu erhalten? Neben dem bereits erwähnten Stativ sollte man einen Kabel- oder Funkfernauslöser einsetzen, da trotz Stativ, leichte Positionsveränderungen beim Auslösen der Kamera das fotografische Endergebnis zu Nichte machen könnten.

Um möglichst viel Tiefenschärfe der Langzeitbelichtung zu erhalten wähle ich einen Blendenwert zwischen 6.3 und 11. Die entsprechende Belichtungszeit ergibt sich dann analog zur Blende.

Besondere Effekte erzielt man übrigens wenn man feststehende Objekte mit beweglichen kombiniert, beispielsweise ein beleuchtetes Gebäude im Hintergrund mit sich bewegenden Lichtquellen von Kraftfahrzeugen im Vordergrund. Dieser Effekt ist beispielsweise auf dem Titelbild dieses Artikels gut zu erkennen, ein vorbeifahrender Bus sorgt für Bewegung. Und hier noch ein weiterer Tipp für Langzeitbelichtungen: Die schönsten Fotos lassen sich zur Blauen Stunde machen, in der Zeit der Abenddämmerung zwischen einsetzen des Sonnenuntergangs bis zur Vollständigen Dunkelheit bzw. in der Morgendämmerung.



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Hallo Webreisender, schön dass Du mich hier besuchst. Mein Name ist Jan Tervooren und ich bin der Photo Freak, Blogger und Fotograf aus Rhede bei Bocholt. In meinem persönlichen Foto-Blog schreibe ich, wie der Name bereits vermuten lässt, über meine größte Leidenschaft, die Fotografie. Meine Lieblingsfotos zeige ich auch in meiner Fotogalerie kuntabunta.

2 Kommentare

  1. hi,

    du sag wie ermittelst du die zeit.

    sagen wir ich nehme iso100 und die blende 8. aber jetzt weis ich nicht welche zeit sinnvol ist?
    ich arbeite mit dem timer, das geht doch auch gut?

    aber ich hab nun die frage wie ich die zeit einstelle, oder was hat es mit dem bulb auf sich?

    danke dir für die hilfe!

    ja und jetzt auch mein lob zu deinen tollen bildern!

    chris

    • Die Zeit stellst Du so wie immer ein: Sofern Du im Manuell-Modus fotografierts, legst Du bspw. zuerst den ISO-Wert sowie die Bleden fest (so, wie Du es auch getan hast). Wie lange Du dann belichten musst, zeigt Dir doch der Belichtungsmesser Deiner Kamera. Der Bulb-Modus ist sicherlich im Handbuch Deiner Kamera erklärt, damit kannst DU quasi selbst bestimmen, wie lange die Kamera belichten soll.

      VG
      Jan